Batman und Robin bauen ein Bett

Posted: Juli 8th, 2010 | Author: admin | Filed under: Design & Werbung | No Comments »

Die Waldviertler Werkstätten (produzieren Waldviertler Schuhe und Taschen sowie GEA Möbel und Matratzen) sind bekannt für unkonventionelle Werbung. Ihre Inserate in Zeitschriften wirken in der Regel kaum wie Werbung. Oftmals eher informativ, zum Denken anregend. Das zumindest 5x im Jahr erscheinende GEA-Album ist zwar eine Werbebroschüre, jedoch durch und durch witzig, informativ und zudem mit vielen Gedichten, Zitaten und manchmal auch mit kritischen Stellungennahmen zu “politischen” Themen gespickt. Weiters gibt der Inhaber Heini Staudinger im GEA Verlag die Zeitung “brennstoff” heraus. Jede Ausgabe (4x jährlich), im Herbst erscheint Nr. 21, beschäftigt sich mit einem Thema. Ausgabe Nr 20 war der Sonne gewidmet. Interessante Geschichten, informative Erlebnisberichte und wiederum viele Zitate, Gedichte und Gastkommentare anderer innovativer Unternehmer. Alle Ausgaben des brennstoff und einige des GEA Albums kann man auf der Website als PDF downloaden.

Beide Zeitschriften sind – im Falle des Albums logisch, beim brennstoff nicht selbstverständlich – kostenlos. Für den brennstoff gibt es die Möglichkeit eines “Förder-Abos”. Für einen beliebigen Betrag pro Jahr erhält man zwar keine “Zusatzleistung” im eigentlichen Sinne, dafür aber die Gewissheit, dass das gespendete Geld Heinis Hilfsprojekt für Tansania zugute kommt. Zu 100%. Ohne Abzug von Kosten.

Dieser Blogeintrag soll aber keine Werbung für GEA sein, sondern vielmehr ein lustiges Video vorstellen, dass für das letzte GEA-Album gedreht wurde. Zwei Mitarbeiter – wer das Unternehmen besser kennt, kenn auch die beiden bereits –  bauen ein Bett namens Blackbird in Rekordzeit zusammen. Die beiden kennt man aus der Werbung als Batman und Robin alias Hamster und Daniel. Hamster ist nicht sein richtiger Name, natürlich nicht. Aber Sie werden sehen warum er so genannt wird.

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Die braunen Folgen der Krise.

Posted: Juni 29th, 2010 | Author: admin | Filed under: Misc | Tags: , , , , , , | 1 Comment »

Ob die Krise nun überwunden sei oder nicht, dazu gibt es verschiedene Meinungen. Die Finanzkrise ist – wohl unbestreitbar – längst überstanden. Zumindest in Hinblick auf die Gewinne derer, die ohne produktive Arbeit, also nur durch Einsatz ihres Kapitals, wieder ansehnliche und großteils steuerfreie Gewinne schreiben. Inzwischen oft nur noch eine Phrase, trotzdem aber die Wahrheit: Die notwendig gewordenen und teilweise bereits gefährlich hohen (Staats)Schulden zahlen jedoch die unteren bis mittleren Einkommensschichten durch soziale Einbußen und über höhere Steuern.

Ein paar der logischen Folgen von breiten Einkommens- oder gar Jobverlusten in den “unteren” Schichten sind Wut, Resignation, Politikverdrossenheit. Die Menschen werden empfänglich für einfache, scheinbar logische Erklärungen und Begründungen. Abseits der einfach gestrickten, teils auch etwas geschummelten Berichte aus unseren Boulevard-Tageszeitungen werden jedoch Weltansichten verbreitet, die uns auf einen Schlag um 70 Jahre zurück werfen würden. “Die Hochfinanz” – so der Tenor – “wird von Juden gelenkt und kontrolliert, deren Geiz keine Grenzen kennt.” Dazu komme die aus der Türkei gelenkte, schleichende Islamisierung Europas, deren Ziel die Ausrottung der Ungläubigen sei.

Längst ist also nicht mehr die zwar primitive aber nur selten rechtsradikale oder gar nationalsozialistische Ausländerfeindlichkeit das größte Problem. Krisen – und somit Ängste – öffnen die Menschen für von grundauf nationalsozialistische Haltungen. Hinterfragt man diese Aussagen nicht, scheinen sie tatsächlich logisch (man kennt das aus der Politik). Wird man dann noch permanent damit konfrontiert läuft man Gefahr, dieses Gedankengut bald selbst zu vertreten.

Gefordert sind wir alle, diese vermeintlichen “Spinner” keinesfalls zu ignorieren (sei es am Stammtisch oder im Web), sondern Stellung zu beziehen. Weitaus effektiver könnte jedoch die Politik diesen Trend stoppen, indem man der Bevölkerung zeigt, was sie wirklich wert ist. Wie? Anstelle von ALG-Kürzungen (damit die Differenz zwischen ALG und niedrigen Gehältern wieder größer wird), Niedriglohnbereiche bekämpfen. Leiharbeiter bekommen für die selbe Arbeit deutlich weniger als “normale Angestellte” im selben Unternehmen. Hier wird auf für mich unerklärlichen Wegen der Kollektivvertrag umgangen. In vielen Unternehmen (aus eigener Erfahrung kann ich hier von der mobilkom austria sprechen) haben Leiharbeiter meist keine Chance mehr irgendwann “übernommen” zu werden. 1 Vollzeitstelle muss für Unternehmer günstiger sein als 2 20h-Kräfte. Aber vor allem die Vermögen müssen endlich auch im Steuerparadies Österreich (Paradies für Top-Verdiener) als Steuergrundlage herhalten. Wenn das Einkommen aus produktiver Arbeit besteuert wird, müssen auch Vermögen und Einkünfte aus Vermögen besteuert werden. Denn nur weil jemand viel Geld hat oder verdient, heißt es nicht, dass er oder sie keine Leistungen vom Staat erhält. Infrastruktur, Gesundheitswesen und auch die politische Landschaft – das alles und mehr nehmen auch Reiche Menschen in Anspruch. Und das oft, ohne Steuern oder nur sehr wenig Steuern zu bezahlen.

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Der Weltenwanderer Gregor Sieböck

Posted: Mai 19th, 2010 | Author: admin | Filed under: Misc | Tags: , , | No Comments »

Können Sie sich vorstellen, nach der Schule an der WU Wien und in Schweden Ökonomie sowie Ökologie zu studieren, danach einen entsprechend gut dotierten Job bei der Weltbank angeboten zu bekommen und “Nein, Danke!” zu sagen? Das würden wohl die wenigsten tun. Und diejenigen unter meinen Lesern, die diesen Job aus welchem Grund auch immer ablehnen würden, täten wohl trotzdem kaum das, was Gregor Sieböck mit damals 26 Jahren getan hat. Gregor hat ein paar Sachen, ein wenig Verpflegung und sein Erspartes sowie ein gutes Paar Schuhe aus dem Waldviertel gepackt und hat sich zu Fuß auf den Weg nach Tokio gemacht.

Von Bad Ischl den Jakobsweg entlang, danach von Lissabon mit dem Flugzeug an die Südspitze Südamerikas und die Anden entlang nach Kalifornien. Auf dem Weg dorthin hat er ein Mädel aus Neuseeland getroffen die ihn veranlasst hat Tokio nur zur Zwischenstation zu machen und danach mit dem Schiff eben nach Neuseeland zu reisen. Insgesamt 3 Jahre lang war Gregor unterwegs. In einem Alter, in dem so gut wie jeder andere damit beschäftigt ist sich sein Leben aufzuwerten – Besitz anzuhäufen – hat er sein gesamtes Hab und Gut mit sich getragen. Und war und ist glücklich damit.

Gregor hat gestern Abend im Kulturhaus in Schrems seinen letzten Diavortrag zu dieser Reise gehalten. 150 waren es seit September 2009 und ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur 1 Person bei all diesen Vorträgen war, die sich nicht am Liebsten gleich selbst auf eine Wanderung begeben hätte. Irgendwie kommt man sich blöd und engstirnig vor. Fokussiert auf Job, Geld und seinen Status. Dieser Typ ist hoch intelligent und er macht nichts aus seinem Leben. Nichts, im Sinne dessen, was uns seit Kindheit an vorgegeben und vorgelebt wurde. Was man davon hält sei jedem selbst überlassen.

Ich für meinen Teil war auch einer derjenigen, die wirklich begeistert waren und wenn es nicht gewisse Verpflichtungen gäbe hätte ich mir wohl auch neue Waldviertler gekauft und wär noch gestern Abend losgewandert. Im Auto auf der Heimreise kommt man dann etwas zur Ruhe und überlegt ob man das schaffen würde, ob man selbst überhaupt der Typ ist der gerne wandern geht. Schließlich ist meine letzte Wanderung sicher 10 Jahre her. Allerdings habe ich Wandertage in der Hauptschule geliebt, auch die wenigen Wanderungen mit der Familie. Aber lags am Wandern oder an den Menschen? Und dann kam mir meine Zeit beim Grundwehrdienst in den Sinn. Ich hasste es. Vor allem die ersten beiden Monate der Ausbildung. Sinnloses Rumstehen und im Gleichschritt Marschieren, Geschreie, Kampfausbildung und Rumgeballere. Aber dann musste ich auch an den besten Tag dieser acht Monate denken. Den Tag, an dem wir irgendwo ausgesetzt wurden und zig Kilometer zur Kaserne marschieren mussten. Ich war wohl einer von ganz wenigen, die am nächsten Tag – nach sicher 6 oder 7 Stunden Marsch – sofort wieder losgegangen wären. Und das lag eindeutig am Wandern – nicht an meinen Weggefährten.

Egal. Ich kann nicht einfach losgehen. Ich bin selbständig und mein Leben ist geplant. Irgendwann soll ein Haus her, und Kinder. Das hab ich mir so ausgesucht. Aber ich habe den Entschluss gefasst wenigstens wieder einmal eine kleine Wanderung zu machen. Dafür bin ich Gregor dankbar.

Wie gesagt war gestern der Abschluss seiner Vortrags-Tournee. Wer aber mehr wissen will, kann sich einerseits auf www.globalchange.at informieren oder sein Buch oder seine DVD kaufen.

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